Kurz gesagt: Ein Fehler in der Produktionsumgebung kommt nie zum richtigen Zeitpunkt. Dieser Leitfaden behandelt folgende Themen: Grundlagen: Die Testumgebung verstehen, Funktionelle Validierungstests vs. Regressionstests, Der funktionelle Validierungstest, Der Regressionstest.
Ein Fehler in der Produktionsumgebung kommt nie zum richtigen Zeitpunkt. Oft mitten in einer Kampagne oder in der Hochphase, manchmal direkt nach einem „kleinen“ Update – und fast immer dort, wo man ihn am wenigsten erwartet. Die Folge: Teams unter Druck, ins Stocken geratene Abläufe, frustrierte Kunden und ein angeschlagenes Markenimage.
An dieser Stelle ist das Thema Tests und Softwarequalität nicht mehr nur Theorie. Denn Qualitätssicherung und automatisierte Tests sind nicht nur ein unverzichtbarer Schritt vor der Veröffentlichung: Sie sind konkrete Hebel, um schneller und besser zu liefern und ein reibungsloses Kundenerlebnis zu bieten. Und das alles mit weniger Stress und mehr Zuverlässigkeit.
Allerdings muss man wissen, wie man dieses strategische Thema richtig angeht. Oft werden Tests als zeitaufwändig, technisch und schwer zu pflegen wahrgenommen. Sind sie schlecht ausgestattet oder schlecht integriert, werden sie zu einer Belastung statt zu einem Beschleuniger.
In diesem Leitfaden bieten wir Ihnen einen praxisorientierten Ansatz für automatisierte Tests und die Qualitätssicherung. Das Ziel: Wir möchten Ihnen dabei helfen, eine effektive Strategie zu entwickeln, die richtigen Tools auszuwählen (auch für den mobilen Web ) und klassische Fehler zu vermeiden, die die Produktivschaltung zu einem Glücksspiel machen und die Benutzererfahrung beeinträchtigen.
CIO, QA-Manager, Leiter des Digitalbereichs, Product Owner, Projektleiter, Entwickler … Hier finden Sie konkrete Anhaltspunkte, um die Qualität Ihrer Anwendungen wieder in den Griff zu bekommen. Damit keine Sandkörner ins Getriebe Ihrer internen und externen Plattformen gelangen.
Die Grundlagen: Das Umfeld des Testens verstehen
Die Terminologie im Testbereich ist mitunter verwirrend. Bevor man über Automatisierung spricht, ist es entscheidend, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Testarten zu verstehen, insbesondere den wesentlichen Unterschied zwischen funktionalen Validierungstests und den Nicht-Regressionstests (NRT).
Funktionsvalidierungstests vs. Regressionstests
Obwohl sie sich ergänzen, diese beiden Testarten verfolgen im Lebenszyklus der Software unterschiedliche Ziele.
Der Validierungsfunktionstest
Dies geschieht in der Regel zu Beginn des Entwicklungszyklus oder bei der Entwicklung neuer Funktionen (Features).
- Ziel: Überprüfen, ob das entwickelte Produkt den Spezifikationen und den geschäftlichen Anforderungen entspricht („Entspricht die Funktionalität dem erwarteten Anwendungsfall?“)
- Methode: Der Tester simuliert Anwendungsszenarien (positive und negative), um jedes Modul zu überprüfen. Er befasst sich nicht mit dem zugrunde liegenden Code („Black-Box-Testing“), sondern mit dem mechanischen Ablauf.
- Beispiele: Überprüfen Sie, ob die Schaltfläche „In den Warenkorb“ die Gesamtsumme korrekt aktualisiert oder ob ein Link zur richtigen Seite weiterleitet.
- Wann sollte man es einsetzen? Bei der Erstellung eines neuen Systems, bei der Integration neuer Module oder zur Validierung einer bestimmten User Story.
Der Regressionstest
Er wird oft einfach als „Regressionstest“ bezeichnet und ist der Garant für die Stabilität.
- Ziel: Sicherstellen, dass eine Änderung am Code (Hinzufügen einer Funktion, Beheben eines Fehlers, technische Aktualisierung) nicht dazu geführt hat, dass etwas, das zuvor funktioniert hat, nun nicht mehr funktioniert („Habe ich beim Reparieren oder Hinzufügen von etwas anderem etwas kaputtgemacht?“).
- Vorgehensweise: Es werden Testszenarien erneut ausgeführt, die bereits in der Vergangenheit validiert wurden.
- Die entscheidende Bedeutung: Eine Regression ist ein Rückschritt. Dies ist eines der größten Risiken bei häufigen Updates. TNR sichert den Ist-Zustand.
Sollte man alles automatisieren?
Die Antwort ist nicht eindeutig.
- Funktionsprüfung: Zu Beginn oft manuell, da die Funktionalität noch instabil ist und sich in der Definitionsphase befindet.
- Non-Regression: Dies ist der ideale Anwendungsfall für die Automatisierung. Die Testfälle sind stabil, wiederholbar und bei jeder neuen Version mühsam manuell auszuführen. Die Automatisierung ermöglicht hier eine enorme Zeitersparnis und eine höhere Zuverlässigkeit.
Welche Hauptarten von automatisierten Tests gibt es?
Eine moderne Anwendung basiert auf einer komplexen Architektur, in der alles miteinander vernetzt ist. Um die Qualität zu gewährleisten, reicht es nicht aus, nur eine Schnittstelle oberflächlich zu überprüfen. Man muss sicherstellen, dass die gesamte technische und geschäftliche Kette stichhaltig ist.
Hier sind die wichtigsten Testgruppen, die Sie zur Absicherung Ihrer Risiken benötigen:
End-to-End-Tests (E2E)
Das ist der Test, der die reale Benutzererfahrung validiert , indem er überprüft, ob alle Systemkomponenten (Frontend, Backend, Datenbank, Dienste von Drittanbietern) reibungslos zusammenarbeiten. Der Testbot verhält sich genau wie ein Internetnutzer: Er navigiert durch die Benutzeroberfläche, füllt Formulare aus und überprüft die wichtigsten Schritte. Um seine Effizienz zu maximieren, wird er vorrangig für die kritischen, umsatzgenerierenden Nutzerpfade automatisiert.
Ein typisches Szenario simuliert beispielsweise den gesamten Kaufprozess, von der Produktsuche bis zur Bestellbestätigungsseite. Der heute bevorzugte Ansatz ist der Einsatz von No-Code-Lösungen, mit denen sich diese funktionalen Abläufe schnell und ohne großen technischen Aufwand modellieren lassen.
API-Tests
Noch bevor sie über eine grafische Benutzeroberfläche verfügen, kommunizieren Ihre Anwendungen untereinander über APIs. Diese Art von Test zielt darauf ab, diesen Teil zu validieren, ohne von Verzögerungen oder visuellen Änderungen der Benutzeroberfläche abhängig zu sein.
Konkret werden technische Anfragen an den Server gesendet (zum Beispiel: eine Anfrage zur Erstellung eines Kontos) und überprüft, ob die Antwort tatsächlich die richtigen Informationen (Benutzer-ID) enthält. Dieser Test sollte frühzeitig im Entwicklungszyklus automatisiert werden oder dazu dienen, den Datenaustausch zwischen zwei Softwareprogrammen abzusichern. Der Ansatz ist rein technischer Natur.
Grafische Tests
Eine Funktion kann technisch einwandfrei funktionieren (wenn der Code korrekt ist), für den Kunden jedoch aufgrund eines Darstellungsfehlers unbrauchbar sein. Das Ziel hierbei ist es, visuelle Regressionen zu erkennen, die ein herkömmliches Funktionsskript nicht bemerkt, wie beispielsweise eine Schaltfläche „Bezahlen“, die nach einer CSS-Aktualisierung unter der Fußzeile verborgen ist, oder einen Text, der ein Bild überlagert.
Diese grafischen Tests müssen bei Aktualisierungen der Benutzeroberfläche (UI) oder des Design-Systems systematisch automatisiert werden. Sie basieren auf einem „Pixel-Perfect“-Vergleichsansatz: Das Tool vergleicht den aktuellen Bildschirm mit einem zuvor validierten Referenz-Screenshot und meldet bereits bei der geringsten sichtbaren Abweichung eine Warnung.
Leistungs- und Belastungstests
Ihre Website läuft bei 10 Nutzern reibungslos, aber wird sie am Tag X der Belastung standhalten? Das Ziel besteht darin, die Belastungsgrenzen Ihrer Infrastruktur und eventuelle Verzögerungen zu ermitteln, bevor sie sich auf echte Kunden auswirken. Ein klassisches Szenario besteht darin, den plötzlichen Zustrom von 50.000 gleichzeitigen Besuchern zu simulieren, um sich auf den Schlussverkauf oder die Ausstrahlung eines TV-Werbespots vorzubereiten.
Diese Tests werden punktuell automatisiert, beispielsweise vor großen Verkaufsveranstaltungen oder vor einer umfassenden Neugestaltung der Serverarchitektur. Der technische Ansatz nutzt Lastgeneratoren, die Tausende virtueller Nutzer simulieren, die die Website mit Anfragen überfluten, um die Reaktion der Server unter Belastung zu messen.
Tests auf Barrierefreiheit
Digitale Inklusion ist eine rechtliche und ethische Verpflichtung, um 15 bis 20 % der Bevölkerung nicht auszuschließen. Diese Prüfung soll sicherstellen, dass die Website für Menschen mit Behinderungen (Sehbehinderung, Navigation per Tastatur usw.) nutzbar ist. So wird beispielsweise überprüft, ob alle Bilder mit einem beschreibenden „Alt“-Tag versehen sind, ob die Farbkontraste ausreichend sind und ob die Formulare korrekt beschriftet sind.
Idealerweise solltendiese Barrierefreiheitsprüfungen kontinuierlichautomatisiert werden, um zu verhindern, dass die Einbindung neuer Inhalte die Konformitätsbewertung der Website verschlechtert. Dies geschieht durch automatisierte Scans, die den HTML-/CSS-Code analysieren, um Abweichungen von den geltenden Standards festzustellen.
„Data Layer“-Tests und Analysen
Von den technischen Teams oft vergessen, sind die Data-Layer-Tests sind jedoch für das Marketing von entscheidender Bedeutung. Ihr Ziel ist es, die Zuverlässigkeit der Datenerfassung zu gewährleisten: Sind Ihre Daten fehlerhaft, sind es auch Ihre geschäftlichen Entscheidungen. So wird beispielsweise sichergestellt, dass das Ereignis „Bestellbestätigung“ den genauen Betrag und die richtige Währung in Google Analytics oder Ihrem CRM übermittelt.
Es wird empfohlen, diese Überprüfungen bei jeder Änderung des Tagging-Plans oder bei der Veröffentlichung neuer Produktseiten zu automatisieren. Der Automat „überwacht“ die ausgehenden Netzwerkanfragen während der Navigation, um sicherzustellen, dass die richtigen Tags mit den erwarteten Werten ausgelöst werden.
Wann und warum sollte man Tests automatisieren?
Automatisierung ist kein Selbstzweck, sondern eine Investition, die sich aus Rentabilitätsgründen lohnen muss. Man automatisiert nicht alles, sondern nur das, was für das Unternehmen und die technischen Teams von Wert ist.
Warum automatisieren?
Die Sicherung der Einnahmen auf einer E-Commerce-Website hat oberste Priorität. Ein zweistündiger Ausfall des Warenkorbs oder des Bezahlvorgangs kann Tausende von Euro kosten. Die Automatisierung fungiert wie eine Versicherung, die Ihre kritischen Prozesse rund um die Uhr überwacht und bei Störungen sofort alarmiert.
Die Automatisierung von Tests ermöglicht eine Beschleunigung der Produktivschaltungen. In einem agilen Umfeld, in dem Schnelligkeit entscheidend ist, ist es nicht mehr tragbar, drei Tage darauf zu warten, dass ein Team eine Version manuell validiert. Durch die Automatisierung verkürzt sich diese Abnahmezeit auf wenige Stunden oder sogar Minuten, was häufigere Bereitstellungen ermöglicht.
Bei sich wiederholenden Aufgaben lässt die menschliche Aufmerksamkeit schnell nach, wodurch Fehler entstehen können. Eine Maschine wird nie müde: Sie führt das Szenario beim 100. Mal genauso aus wie beim ersten Mal und gewährleistet so eine konstante Zuverlässigkeit.
Wann sollte man den Schritt wagen?
Wenn Ihre Teams mehr Zeit damit verbringen, zu überprüfen, ob das Bestehende funktioniert (TNR) als damit, neue Funktionen zu testen. Das ist das häufigste Warnsignal: Die technische Verschuldung beim manuellen Testen bremst die Innovation.
Sie möchten von monatlichen Produktivschaltungen auf wöchentliche oder tägliche Umstellungen umstellen, da sich die Release-Zyklen verkürzen. Ohne Automatisierung ist es unmöglich, dieses Tempo beizubehalten, ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen.
Schließlich, wenn die Anzahl der möglichen Durchläufe explosionsartig ansteigt (Mobil, Desktop, Tablets, verschiedene Browser). Die Testmatrix übersteigt die menschlichen Möglichkeiten: Es ist physisch unmöglich, vor jedem Update alles manuell zu überprüfen.
Wie lässt sich die Automatisierung von Funktionstests erfolgreich umsetzen?
Automatisierung lässt sich nicht aus dem Stegreif bewerkstelligen. Um Ihre QA-Prozesse zu einem Wachstumsmotor zu machen, ist eine strenge Methodik erforderlich.
Warum automatisieren? Die konkreten Vorteile
- Zeit- und Kostenersparnis: Roboter führen Tests wesentlich schneller durch als Menschen und können rund um die Uhr im Einsatz sein, sodass Ihre Teams Zeit für Aufgaben mit höherem Mehrwert haben.
- Zuverlässigkeit: Durch die Automatisierung werden menschliche Fehler (Unaufmerksamkeit, Müdigkeit) bei sich wiederholenden Aufgaben vermieden.
- Schnellere Markteinführung: Schnellere Testkampagnen ermöglichen häufigere Produktivschaltungen (Continuous Delivery).
- Umfassende Testabdeckung: Es wird möglich, Tausende von Datenkombinationen oder Konfigurationen (Browser, Betriebssysteme) zu testen, die manuell nicht abgedeckt werden könnten.
Die 7 wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Automatisierung
- Den Prozess planen : Legen Sie den Umfang (Scope) fest. Was ist für das Geschäft entscheidend? Versuchen Sie nicht, die Anwendung sofort zu 100 % zu automatisieren. Konzentrieren Sie sich auf die entscheidenden Abläufe.
- Das richtige Tool auswählen: Das ist eine strategische Entscheidung. Das Tool muss auf die Kompetenzen Ihres Teams abgestimmt sein. No-Code-Lösungen (wie Mr Suricate) sind heute sehr beliebt, da sie es Fachanwendern (Nicht-Entwicklern) ermöglichen, Tests zu erstellen und zu pflegen. Selbst technische Fachkräfte profitieren davon, denn neben der schnellen Erstellung von Testszenarien erleichtern sie auch deren Pflege.
- Entwicklung des Frameworks: Legen Sie Ihre Standards fest . Werden Sie einen schlagwortgesteuerten (Keyword-driven) oder einen datengesteuerten Ansatz (Data-driven testing) verfolgen? Eine gute Ausgangsstruktur erleichtert die spätere Wartung.
- Vorbereitung der Testumgebung: Stellen Sie sicher, dass Sie über stabile Testdaten (Datensätze) und eine produktionskonforme Umgebung (Pre-Prod, Staging) verfügen, um Fehlalarme zu vermeiden.
- Skripte schreiben: Oder sie über No-Code-Schnittstellen aufzeichnen. Dies ist die Phase der Szenarioerstellung. Die Erstellung eines vollständigen und präzisen Testplans erleichtert diesen Schritt und definiert zudem genau den zu abdeckenden Umfang.
- Tests ausführen: Der einfachste Schritt , sobald alles eingerichtet ist. Integrieren Sie ihn idealerweise in Ihre CI/CD-Pipeline. Automatisierungslösungen sind praktisch und ermöglichen in der Regel die Konfiguration der Ausführungen (Kampagnen, Sequenzen, Wiederholungen…).
- Analysieren und Pflegen: Ein fehlgeschlagener Test muss sofort analysiert werden. Handelt es sich um einen echten Fehler oder um ein veraltetes Skript? Die Pflege der Tests ist der Schlüssel zur Nachhaltigkeit.
Wie lässt sich eine effektive QA-Strategie umsetzen?
Es gibt kein universelles Patentrezept. Eine gute Qualitätssicherungsstrategie muss auf die Größe Ihres Unternehmens, Ihre geschäftlichen Herausforderungen und den Reifegrad Ihrer Teams zugeschnitten sein. Hier erfahren Sie, wie Sie je nach Ihrem Kontext vorgehen sollten.
Start-ups und Scale-ups
Hier sind die Ressourcen begrenzt und das Produkt entwickelt sich ständig weiter. Das Ziel ist nicht, alles abzudecken, sondern blockierende Fehler zu vermeiden , ohne die Entwicklung zu verlangsamen. Die Strategie besteht darin, nur die kritischen Abläufe (Registrierung, Hinzufügen zum Warenkorb, Bezahlung) zu automatisieren. So sichern wir das Kerngeschäft ab und behalten gleichzeitig große Agilität für den Rest.
KMU und mittelständische Unternehmen
In dieser Phase geht es darum, die bestehenden Prozesse zuverlässiger zu gestalten und gleichzeitig weiterhin neue Funktionen bereitzustellen. Die QA-Strategie muss systematisch umgesetzt werden: Jeder Produktivschaltung geht eine automatisierte Regressionstestkampagne voraus. Oft ist dies der Zeitpunkt, an dem die Testtools mit den Projektmanagement-Tools (Jira, Trello) verknüpft werden, um die Zusammenarbeit zwischen den Fach- und Technikteams zu optimieren.
Großkunden und IT-Leiter
Angesichts komplexer Ökosysteme, in denen moderne Technologien und Altsysteme miteinander verflochten sind, wird die Qualitätssicherung zu einer Frage der Unternehmensführung. Tests müssen in großem Maßstab industrialisiert und in die Pipelines der kontinuierlichen Integration integriert werden (CI/CD). Das Ziel besteht darin, ein einheitliches Qualitätsniveau über Dutzende verschiedener Anwendungen hinweg aufrechtzuerhalten, wobei sowohl Entwickler als auch Business-Analysten einbezogen werden.
Häufige Fehler in der QA-Automatisierung
Hier sind die strategischen Fehler, die wir am häufigsten beobachten, wenn Unternehmen mit der Automatisierung beginnen, ohne die klassischen Fallstricke zu kennen.
Das Ziel, 100 % der Tests zu automatisieren
Das ist der hartnäckigste Mythos. Automatisierung kostet Zeit (Erstellung und Wartung). Der Versuch, einen seltenen Test zu automatisieren, der nur einmal im Jahr zum Einsatz kommt, oder eine rein visuelle und subjektive Funktion, ist kontraproduktiv.
- Bewährte Vorgehensweise: Konzentrieren Sie sich auf die 20 % der Tests, die 80 % der Geschäftsrisiken abdecken. Überlassen Sie es den Menschen, komplexe, seltene oder Fälle zu bearbeiten, die eine subjektive Beurteilung erfordern.
Unzuverlässige Funktionen automatisieren
Es ist reine Zeitverschwendung, einen automatisierten Test für eine Seite erstellen zu wollen, deren Design sich alle zwei Tage ändert. Ihr Skript wird bei jedem Update versagen.
- Bewährte Vorgehensweise: Warten Sie, bis die Funktion stabil ist (oder „eingefroren“ wurde), bevor Sie sie automatisieren. In der aktiven Entwicklungsphase ist das manuelle Testen nach wie vor agiler.
Die Wartung der Skripte vernachlässigen
Oft wird angenommen, dass Automatisierung eine einmalige Angelegenheit ist: Man erstellt den Test und vergisst ihn dann. Das ist falsch. Die Anwendung entwickelt sich weiter, und die Tests müssen sich mit ihr weiterentwickeln. Wenn Sie keine Zeit für die Aktualisierung Ihrer Skripte einplanen, werden diese irgendwann alle fehlschlagen (falsche Positive) und das Team verliert das Vertrauen in das Tool.
- Bewährte Vorgehensweise: Betrachten Sie Ihre Tests als „lebendigen Code“. Planen Sie in Ihren Sprints systematisch Zeit für die Pflege der bestehenden Testsuite ein.
Welche Tools für automatisierte Tests sollte man wählen?
Der Markt für Testtools ist riesig und kann einschüchternd wirken. Um die richtige Wahl zu treffen, ist das wichtigste Kriterium nicht nur technologischer, sondern auch menschlicher Natur: Wer wird die Tests im Alltag erstellen und pflegen? Im Allgemeinen unterscheidet man drei große Tool-Familien.
Code-basierte Lösungen
Dies ist der historische Ansatz, der durch Frameworks wie Selenium, Cypress oder Playwright.
- Für wen? Erfahrene Entwickler und QA-Ingenieure.
- Vorteile: Vollständige Flexibilität und kostenlose Lizenzen (Open Source).
- Nachteile: Sie sind sehr zeitaufwendig. Das Erstellen und Warten von Skripten erfordert fundierte Entwicklungskenntnisse. Zudem sind Skripte oft anfällig und versagen schon bei der kleinsten technischen Änderung der Benutzeroberfläche, was die technische Schuld erhöht.
Low-Code-Lösungen
Die Low-Code-Tools versuchen, das Schreiben von Tests zu vereinfachen, indem sie den erforderlichen Codeaufwand reduzieren und gleichzeitig die Programmierlogik beibehalten.
- Für wen? Technische Fachkräfte mit mittlerer Qualifikation.
- Das Prinzip: Ein Kompromiss zwischen reinem Code und der visuellen Benutzeroberfläche. Obwohl diese Tools schneller sind als reiner Code, erfordern sie dennoch gewisse technische Kenntnisse und werden von rein fachlichen Teams manchmal nur schwer angenommen.
No-Code-Lösungen (SaaS)
Dies ist der moderne Ansatz, der wegen seiner Schnelligkeit und Zugänglichkeit sehr beliebt ist (so positionieren sich Lösungen wie Mr Suricate).
- Für wen? Für alle: QA-Manager, Product Owner, Fachteams und sogar Entwickler, die Zeit sparen möchten.
- Das Prinzip: Tests werden erstellt, indem man einen Benutzerablauf aufzeichnet oder vorgefertigte visuelle Bausteine zusammenfügt. Es ist keine einzige Zeile Code erforderlich.
- Wichtigste Vorteile: Die Erstellung von Tests dauert nur wenige Minuten statt mehrerer Stunden. Die Wartung wird oft durch intelligente Algorithmen erleichtert, die Elemente auch dann erkennen, wenn sie sich geringfügig ändern. Dies trägt dazu bei, Qualität für alle zugänglich zu machen: Diejenigen, die die Geschäftsregeln am besten kennen, sind es, die das Produkt validieren.
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Werkzeugtyp |
Zielgruppe |
Integrationszeit |
Wartung |
Idealer Anwendungsfall |
Grenzen |
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Code-basiert
(Selenium, Playwright, Cypress) |
Erfahrene Entwickler und QA-Ingenieure (SDET) |
Lang Erfordert die Einrichtung der Umgebung und die Programmierung der Frameworks. |
Hoch Skripte sind oft unzuverlässig („flaky“) und versagen schon bei der kleinsten Änderung am Code oder an der Benutzeroberfläche. |
Teams, die zu 100 % aus Technikern bestehen und absolute Flexibilität sowie maßgeschneiderte Lösungen wünschen. |
Sehr zeitaufwendig. Führt zu einer erheblichen „technischen Testschuld“. Schließt Geschäftsprofile aus. |
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Low-Code |
Technische Profile im mittleren Bereich & Technische Qualitätssicherung |
Mittel Beschleunigt das Schreiben, erfordert jedoch eine Ersteinrichtung. |
Durchschnitt Reduziert den Code, erfordert jedoch bei Änderungen weiterhin einen technischen Eingriff. |
QA-Teams, die über Programmierkenntnisse verfügen, aber schneller vorankommen wollen als mit reiner Programmierung. |
Oftmals zu komplex für die Fachanwender und manchmal zu restriktiv für die Entwickler. |
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No-Code (SaaS)
(Mr Suricate) |
Alle: Produktmanager, Business-Analysten, QA-Manager, Entwickler |
Sofort Schlüsselfertige Cloud-Lösung. Erste Tests in wenigen Minuten. |
Gering KI und intelligente Selektoren passen den Test oft automatisch an geringfügige Änderungen an. |
Regressionstests, kritische Testabläufe (E2E) für Web und Mobile, agile Teams. |
Weniger geeignet für sehr technische Unit-Tests (die weiterhin von den Entwicklern durchgeführt werden). |
Mobile-Fokus: Das richtige Tool für Ihre Anwendungen auswählen
Der Testen mobiler Apps ist eine weitaus komplexere Herausforderung als das klassische Web. Warum? Wegen der Fragmentierung.
Die Komplexität der mobilen Welt
Im Gegensatz zum Internet, wo einige wenige Browser den Markt dominieren, muss man im Mobilbereich mit folgenden Faktoren jonglieren:
- Zwei wichtige Betriebssysteme : iOS und Android, die sich in ihrem Verhalten stark unterscheiden.
- Eine Vielzahl von Betriebssystemversionen: Nicht alle Ihre Nutzer verfügen über die neueste Version von Android oder iOS.
- Die Hardware: Bildschirmgrößen , Auflösungen, Prozessorleistung, Arbeitsspeicher (RAM).
- Netzwerkbedingungen: 4G, 5G, instabiles WLAN, Flugmodus…
Kriterien für die Auswahl eines Tools zum Testen mobiler Anwendungen
Um die Nutzerbindung zu gewährleisten (denn Nutzer deinstallieren eine fehlerhafte App innerhalb weniger Sekunden), muss Ihr Testtool mehrere Kriterien erfüllen:
- Plattformübergreifende Unterstützung und Device Farm: Es ist unmöglich, alle auf dem Markt erhältlichen Smartphones zu kaufen. Ihr Tool muss sich mit Diensten wie BrowserStack verbinden können oder über eine eigene Device Farm mit echten Geräten verfügen, um Tests auf echten Geräten aus der Ferne durchzuführen.
- Barrierefreiheit (No-Code): Die Entwicklung mobiler Anwendungen ist technisch anspruchsvoll, das Testen muss es jedoch nicht unbedingt sein. Ein Tool, mit dem sich Testszenarien ohne Programmierung aufzeichnen lassen, macht das Testen für alle Teammitglieder zugänglich.
- CI/CD-Integrationen: Das Tool muss sich in Ihre Management-Tools (Jira, Trello) und Ihre Bereitstellungspipelines (Jenkins, GitLab usw.) einbinden lassen.
- Vollständige Fehlerberichte: Im Falle eines Absturzes muss das Tool nicht nur den „Fehler“ anzeigen, sondern auch den Kontext liefern: Screenshot, Video der Sitzung, Systemprotokolle sowie den Akku- und Netzwerkstatus zum Zeitpunkt des Vorfalls.
Die Produktivsetzung sicher gestalten: Fehler, die es zu vermeiden gilt
Die Inbetriebnahme (MEP) ist der Moment der Wahrheit. Es ist auch der Moment, in dem der Stress seinen Höhepunkt erreicht. Selbst bei guten Tests können strategische Fehler alles zunichte machen.
Häufige technische Fehler
- Leistung und Auslastung: Eine Anwendung, die bei 10 Testern einwandfrei funktioniert, kann bei 10.000 gleichzeitigen Nutzern zusammenbrechen. Vernachlässigen Sie die Auslastungstests nicht.
- Logikfehler (Semantik): Der Code stürzt nicht ab, aber das Ergebnis ist falsch (Beispiel: Ein Rabatt von -20 %, bei dem -20 € abgezogen werden). Diese Fehler lassen sich nur durch strenge geschäftsbezogene Funktionstests aufdecken.
- Integrationsprobleme: Oft funktioniert Modul A, Modul B funktioniert ebenfalls, aber A+B stürzt ab. End-to-End-Tests sind hier unerlässlich.
- Sicherheit: Schwachstellen bei der Authentifizierung oder beim Datenzugriff. Ein Fehler, der den Ruf des Unternehmens schwer schädigen und hohe Bußgelder nach sich ziehen kann (DSGVO).
- Kompatibilität: Das berühmte „Auf meinem Rechner funktioniert es“. Vergessen Sie nicht die browserübergreifenden Tests (Chrome, Safari, Firefox, Edge).
Die Fehler in der MEP-Strategie
Abgesehen vom Code ist oft der Prozess das Problem:
- Das Fehlen eines Soft-Launchs (Beta-Tests): Es ist riskant, den Dienst mit einem „Big Bang“ für alle Nutzer auf einmal zu starten. Öffnen Sie Ihren Dienst zunächst für 5 % der Nutzer, um die letzten Fehler zu beheben.
- Die „Blindheit“ nach dem Launch: Die MEP ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Die Leistung muss unmittelbar nach dem Launch überwacht werden.
- Zu selten bereitstellen: Es mag kontraintuitiv erscheinen, aber je länger Sie zwischen zwei Produktivschaltungen warten, desto höher ist das Fehlerrisiko (zu viele Änderungen auf einmal). Häufige, kleine (atomare) Produktivschaltungen sind sicherer und lassen sich leichter debuggen.
Fazit: Auf dem Weg zu einer intelligenten und zugänglichen Qualitätssicherung
Die Ära der mühsamen, manuellen Tests neigt sich dem Ende zu. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen auf Automatisierung setzen – nicht, um Menschen zu ersetzen, sondern um ihnen zu ermöglichen, sich auf die Qualität der Benutzererfahrung zu konzentrieren.
Ob für Web- oder mobile Anwendungen – entscheidend ist die Wahl der richtigen Tools. Moderne, auf No-Code basierende Lösungen ermöglichen es heute, die Silos zwischen Entwicklern und Fachteams aufzubrechen und so sicherzustellen, dass die Softwarequalität eine Aufgabe für alle ist.
Mr Suricate diesem Ansatz Mr Suricate und bietet eine „Made in France“-Lösung ohne Programmieraufwand an, die Fehler vor und nach der Inbetriebnahme erkennen kann und alle Ihre Web- und Mobil-Nutzerpfade abdeckt.
Sind Sie bereit, einen Gang höher zu schalten? Die Automatisierung wartet nur auf Sie.
Lesen Sie unsere FAQ zum Thema QA-Tests
Sollte man alles automatisieren?
Nein, und es ist ein häufiger Fehler, dies anzustreben. Das Ziel besteht nicht darin, eine 100-prozentige Abdeckung zu erreichen, sondern 100 % der kritischen Risiken abzudecken. Explorative Tests, die Analyse der Benutzerfreundlichkeit oder neue, noch instabile Funktionen sollten weiterhin manuell von Menschen getestet werden.
Welchen ROI kann man von automatisierten Tests erwarten?
Der Return on Investment lässt sich konkret anhand von drei Aspekten messen:
- Zeitersparnis: Ihre Teams verbringen keine ganzen Tage mehr mit sich wiederholenden manuellen Erfassungsaufgaben.
- Risikominderung: Wie viel kostet Sie eine Stunde Ausfallzeit in Ihrem Warenkorb? Durch die Vermeidung kritischer Fehler in der Produktionsumgebung macht sich das Tool oft schon bei der ersten erkannten Störung bezahlt.
- Beschleunigung: Sie können schneller und häufiger neue Funktionen bereitstellen, was einen direkten Wettbewerbsvorteil darstellt.
Wie lange dauert es, eine QA-Strategie umzusetzen?
Das hängt stark vom gewählten Ansatz ab. Bei traditionellen, auf Code basierenden Methoden (intern zu entwickelnde Frameworks) dauert es oft mehrere Monate, bis eine stabile und zuverlässige Testsuite vorliegt. Bei einem No-Code-Ansatz (SaaS)-Ansatz verkürzen sich die Fristen drastisch: Die ersten kritischen Szenarien können innerhalb weniger Tage einsatzbereit sein und bereits in der ersten Woche einen Mehrwert schaffen.
Was passiert, wenn sich meine Benutzeroberfläche häufig ändert?
Das ist die größte Angst: Bei jeder noch so kleinen Änderung an der Website alle Tests neu schreiben zu müssen. Bei den alten Skripten (wie Selenium) war das tatsächlich der Fall. Heutzutage nutzen moderne Tools intelligente Selektoren und KI. Wenn sich die Farbe einer Schaltfläche ändert oder sie sich um ein paar Pixel verschiebt, „erkennt“ das Tool sie trotzdem und der Test funktioniert weiterhin. Der Wartungsaufwand wird dadurch drastisch reduziert.
Automatisierte Tests oder manuelle Tests?
Man sollte sie nicht gegeneinander ausspielen, denn sie ergänzen sich. Die Automatisierung dient dazu, das Volumen, die sich wiederholenden und die mühsamen Aufgaben zu bewältigen (500 Mal zu überprüfen, ob die Anmeldung funktioniert). Der Mensch hingegen bringt seine Intelligenz, seine Kreativität und seine Fähigkeit ein, die „Erfahrung“ und das Gefühl zu beurteilen – etwas, das ein Roboter nicht leisten kann. Eine gute QA-Strategie nutzt die Automatisierung, um dem menschlichen Verstand Zeit zu verschaffen.
Sollte man auf Emulatoren oder auf echten Handys testen?
Für die reine Entwicklung reicht ein Emulator aus. Für die abschließende Qualitätssicherung (QA) ist es jedoch unerlässlich, auf echten Endgeräten zu testen. Ein Emulator kann die Überhitzung des Akkus, Netzwerkunterbrechungen (Wechsel zwischen 4G und WLAN) oder die spezifischen Eigenschaften des Touchscreens eines bestimmten Modells niemals originalgetreu nachbilden. Um sicherzustellen, dass kein Kunde ins Stocken gerät, geht nichts über den Test auf einem echten Gerät.
Wer soll die Tests schreiben?
Früher war dies eine Aufgabe, die Entwicklern oder technischen QA-Ingenieuren vorbehalten war. Heute geht der grundlegende Trend dahin, das Testen näher an das „Geschäft“ heranzuführen. Dank no-code-Tools sind es nun die Product Owner (PO), die Business-Analysten oder die Fachteams, die die Testszenarien erstellen. Das ist logischer: Sie kennen die Geschäftsregeln und das vom Endnutzer erwartete Verhalten am besten.
Verlangsamt die Automatisierung die Bereitstellung?
Im Gegenteil, sie dient dazu, diesen Prozess zu beschleunigen. Durch die direkte Integration automatisierter Tests in Ihre Bereitstellungs-Pipelines (CI/CD) erfolgt die Überprüfung sofort bei jedem neuen Code-Push der Entwickler. Ist das Ergebnis „grün“, geht es in die Produktion. Ist es „rot“, wird der Vorgang blockiert. Damit wird der Engpass der manuellen Abnahme beseitigt, der früher mehrere Tage in Anspruch nahm.
FAQ
Sollte man alles automatisieren?
Die Antwort ist differenziert. Funktionale Validierung: Zu Beginn oft manuell, da die Funktionalität noch instabil ist und sich in der Definitionsphase befindet. Regressionstests: Hier bietet sich die Automatisierung ideal an. Die Testfälle sind stabil, wiederholbar und bei jeder neuen Version mühsam manuell auszuführen. Die Automatisierung ermöglicht hier eine enorme Zeitersparnis und eine höhere Zuverlässigkeit.
Welche Hauptarten von automatisierten Tests gibt es?
Eine moderne Anwendung basiert auf einer komplexen Architektur, in der alles miteinander vernetzt ist. Um die Qualität zu gewährleisten, reicht es nicht aus, nur eine Schnittstelle oberflächlich zu überprüfen. Es muss sichergestellt werden, dass die gesamte technische und geschäftliche Kette einwandfrei funktioniert. Hier sind die wichtigsten Testkategorien, die zur Absicherung Ihrer Risiken unerlässlich sind:
Wann und warum sollte man Tests automatisieren?
Automatisierung ist kein Selbstzweck, sondern eine Investition, die rentabel sein muss. Man automatisiert nicht alles, sondern nur das, was für das Unternehmen und die technischen Teams von Wert ist.






